Eine höchstmögliche Kundenbindung erzielen Unternehmen durch Verträge. Interessenten, die eine Dienstleistung oder einen Service nutzen möchten, werden durch Verträge für einen vom anbietenden Unternehmen festgelegten Zeitraum an dasselbe gebunden. Die Vertragslaufzeiten fallen dabei je nach Branche und Service unterschiedlich aus. Einige Verträge lassen sich beispielsweise monatlich kündigen, andere wiederum laufen über eine feste Vertragslaufzeit von mehreren Jahren. Während für die Unternehmen eine lange Vertragslaufzeit zahlreiche Vorteile bringt, ist sie für den Kunden oftmals leider eher ein Ärgernis. Schließlich können sich die persönlichen Umstände ändern und alte, noch laufende Verträge werden nicht mehr benötigt.

Wo sind lange Vertragslaufzeiten üblicherweise zu finden?

Nicht jedes Unternehmen schließt langfristige Verträge mit seinen Kunden ab. Doch in einigen Bereichen ist dies eine übliche Praxis. Hier möchten wir Ihnen diese genauer vorstellen:

  • Energieversorgung

Stromanbieter wie Vattenfall, EnBW oder die Stadtwerke versorgen den eigenen Haushalt mit Strom und gehen daher längerfristige Verträge mit Kunden ein.

  • Telekommunikation

Klassische Handyverträge oder Festnetzanschlüsse für Internet und Telefon sind oftmals an lange Fristen von 2 Jahren gebunden.

  • Versicherungen

Versicherungen wie Krankenkasse, Haftpflicht- oder Unfallversicherung haben lange Vertragslaufzeiten. Bei Lebensversicherungen sind es normalerweise sogar mehrere Jahrzehnte.

  • Medien

Sowohl klassische Zeitungs-Abos als auch moderne Streaming Dienste verpflichten Ihre Kunden üblicherweise über Zeiträume von einem Jahr.

Selbstverständlich sind die oben aufgeführten Bereiche nicht die Einzigen, bei denen lange Vertragslaufzeiten zu finden sind. Sie gehören aber auf jeden Fall zu den bekanntesten Vertretern, wo dies üblich ist.

Wie kann man richtig kündigen?

Das Thema, das natürlich die meisten Betroffenen in diesem Zusammenhang beschäftigt, ist die Kündigung und wie diese richtig vorzunehmen ist. Dazu sollte man als erstes die gesetzlichen Grundlagen betrachten. Erst im letzten Jahr gab es eine interessante Gesetzesänderung in diesem Bereich. Seit dem 1. Oktober 2016 können Verbraucher nämlich Verträge mit Unternehmen einfach per E-Mail kündigen. Bisher war für eine Kündigung ein eigenhändig unterschriebenes Schreiben notwendig, das per Briefpost zugestellt werden musste. So stand es auch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Unternehmen. Da die moderne E-Mail den herkömmlichen Brief aber mittlerweile als klassisches Kommunikationsmittel abgelöst hat, wurden die Passagen geändert. Nun bedarf es bei einer Kündigung nur noch einer sogenannten Textform. Das heißt, eine einfache E-Mail, ein Fax oder sogar einfach nur eine SMS reicht für eine Kündigung aus.

Theoretisch klingt das zwar gut, aber praktisch werden Kunden, die Verträge kündigen möchten, auch weiterhin eher auf die klassische Schriftform zurückgreifen. Schließlich möchte man als Kunden eine Sicherheit haben, dass man die Kündigung rechtzeitig verschickt und diese beim Empfänger eingegangen ist. Da ist es den Meisten wohl lieber, einen klassischen Brief per Einschreiben zu versenden, als eine elektronisch übermittelte E-Mail abzusenden. Auch dies ist für den Verbraucher kein großer Aufwand. Spezielle Portale im Internet bieten einen Service zum Kündigen von Verträgen an. Hier können Kunden auf praktische vorgefertigte Kündigungen zurückgreifen, die lediglich mit den individuellen Vertragsdaten ausgefüllt werden müssen. Das alles geschieht direkt online. Anschließend muss das Dokument nur noch ausgedruckt und unterschrieben werden. Wer es nicht selbst dem Vertragspartner zuschicken möchte, der kann sogar einen praktischen Versandservice in Anspruch nehmen.

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